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Geld auf dem Konto: So wird aus Erspartem ein Plan

Auf dem Konto ist über die Jahre eine größere Summe zusammengekommen. Vielleicht kam eine Abfindung dazu, ein Erbe oder eine ausgezahlte Lebensversicherung. Nur einen Plan dafür gibt es nicht. So geht es vielen, und es lässt sich Schritt für Schritt ändern.

Von Tobias Schnippering · Veröffentlicht am · 6 Minuten Lesezeit

Was das Konto kostet

Geld auf dem Konto schwankt nicht. Das fühlt sich sicher an. Doch die Preise steigen, und für denselben Betrag bekommen Sie jedes Jahr etwas weniger. Fachleute sprechen vom Verlust an Kaufkraft.

Ein Beispiel: Die Europäische Zentralbank strebt eine Teuerung von 2 Prozent im Jahr an. Bleibt es dabei, kaufen Sie mit 50.000 Euro in zehn Jahren nur noch so viel wie heute mit rund 41.000 Euro. Fast ein Fünftel ist weg, obwohl sich der Kontostand nicht verändert hat.

Zinsen gleichen einen Teil davon aus. Auf dem Girokonto gibt es aber meist keine. Beim Tagesgeld lagen sie in den vergangenen Jahren oft unter der Teuerung oder nur knapp darüber, und oberhalb eines Freibetrags gehen davon noch Steuern ab. Wie viel Kaufkraft Ihr eigenes Geld verliert, zeigt Ihnen der Kaufkraft-Rechner.

Das heißt nicht, dass alles Geld vom Konto muss. Ein Teil gehört genau dorthin. Die Frage ist nur, welcher.

Erst absichern, dann anlegen

Mein Grundsatz lautet: erst das Risiko, dann die Versicherung. Für Ihr Erspartes heißt das: Bevor Geld angelegt wird, sollten zwei Dinge geklärt sein.

  • Eine Rücklage. Ein Teil des Geldes bleibt jederzeit verfügbar, für die kaputte Heizung, ein neues Auto oder eine Zeit mit weniger Einkommen. Als Faustregel gelten drei bis sechs Monatsausgaben. Selbstständige brauchen oft mehr, weil ihre Einnahmen schwanken.
  • Die großen Risiken. Was passiert, wenn Sie länger nicht arbeiten können, jemand Schadenersatz von Ihnen fordert oder Ihre Familie ohne Sie zurechtkommen muss? Solche Ereignisse können ein ganzes Vermögen aufzehren. Sind sie nicht geregelt, hilft auch die beste Geldanlage wenig.

Was dazugehört, lesen Sie im Bereich Absichern.

Ziele und Zeitpunkte

Die wichtigste Frage stellt kaum ein Angebot: Wofür ist das Geld da? Schreiben Sie auf, was Sie vorhaben und wann. Zum Beispiel:

  • Ein neues Auto in zwei Jahren
  • Der Umbau des Hauses oder eine Starthilfe für die Kinder in fünf Jahren
  • Der Ruhestand in 15 Jahren
  • Ein Teil, der vielleicht nie gebraucht wird und einmal an die Kinder geht

Erst mit Zielen und Zeitpunkten lässt sich sagen, wie viel Schwankung ein Teil des Geldes aushalten darf. Geld, das Sie in zwei Jahren brauchen, gehört nicht in Aktienfonds. Geld, das Sie erst in 20 Jahren brauchen, verliert auf dem Konto Jahr für Jahr an Wert.

Nach Anlagedauer aufteilen

Aus den Zeitpunkten ergeben sich Töpfe. Jeder Topf hat eine Aufgabe und wird so angelegt, wie es zu seiner Anlagedauer passt. Mit diesem Modell arbeite ich in der Ruhestandsplanung, und es passt genauso für Erspartes in jedem Alter.

Vier Töpfe nach Anlagedauer
Topf Anlagedauer Schwerpunkt Zum Beispiel für
Topf 1 bis 10 Jahre Sicherheit Die Rücklage und die Pläne der nächsten Jahre: Auto, Umbau, Ausbildung der Kinder
Topf 2 10 bis 15 Jahre Sicherheit und Rendite Pläne mit längerem Vorlauf, etwa den Übergang in den Ruhestand
Topf 3 15 bis 25 Jahre Rendite und Flexibilität Das Einkommen im Ruhestand
Topf 4 über 25 Jahre Rendite Die späten Jahre und was Sie einmal weitergeben möchten

Die Grenzen sind Richtwerte. Wie viel in welchen Topf gehört, hängt von Ihren Zielen ab.

Der Vorteil: Fallen die Kurse, müssen Sie nichts zur Unzeit verkaufen. Was Sie bald brauchen, liegt sicher. Was lange liegen kann, hat Zeit, sich zu erholen. Wie das Modell im Ruhestand funktioniert, lesen Sie im Beitrag Kapital im Ruhestand.

Wie groß die Rendite-Töpfe sein dürfen, hängt auch davon ab, was Sie aushalten. Rückgänge von 30 Prozent und mehr gab es an den Aktienmärkten immer wieder, etwa 2008 und im Frühjahr 2020. Stellen Sie sich vor, Ihre Anlage liegt nach einem Jahr so weit im Minus. Würden Sie ruhig bleiben? Wenn nicht, sollten diese Töpfe kleiner ausfallen.

Zur Einordnung. Geldanlagen sind mit Risiken verbunden. Ihr Wert kann schwanken, und Sie bekommen unter Umständen weniger zurück, als Sie eingezahlt haben. Frühere Erträge sind kein Versprechen für die Zukunft.

Typische Fehler

  • Erst das Produkt, dann der Plan. Die Bank empfiehlt einen Fonds, die Versicherung eine Police, ein Bekannter eine Aktie. Jedes Angebot kann für sich gut sein. Ohne Plan passen sie selten zusammen.
  • Alles auf einmal, ohne Probe. Wer alles an einem Tag anlegt und kurz danach einen Kurssturz erlebt, verkauft oft im falschen Moment. Rein rechnerisch liegt die Anlage auf einen Schlag zwar oft vorn, weil das Geld früher arbeitet. Ein Einstieg in Raten über einige Monate ist aber leichter auszuhalten. Wichtig ist vor allem, dass Sie dabeibleiben.
  • Alles auf eine Karte. Eine einzelne Aktie, ein Land oder eine Branche: Geht es dort schief, fehlt viel. Breit gestreute Fonds verteilen das Geld auf viele Unternehmen.
  • Kosten übersehen. Ein Prozentpunkt im Jahr klingt nach wenig. Aus 50.000 Euro werden bei angenommenen 5 Prozent Ertrag in 20 Jahren rund 132.700 Euro. Kostet die Anlage einen Prozentpunkt mehr, sind es rund 109.600 Euro, also gut 23.000 Euro weniger. Fragen Sie deshalb immer nach allen Kosten, auch mich.

Wie sicher ist Geld auf der Bank?

Für Guthaben auf Giro-, Tagesgeld- und Festgeldkonten gibt es eine gesetzliche Einlagensicherung. Geht eine Bank pleite, sind Ihre Guthaben dort bis 100.000 Euro geschützt, alle Konten bei dieser Bank zusammengerechnet. Bei einem Gemeinschaftskonto zählt der Anteil jedes Inhabers. Für ein Ehepaar sind das in der Regel zusammen bis 200.000 Euro.

Für bestimmte einmalige Beträge gilt sechs Monate lang ein höherer Schutz bis 500.000 Euro, zum Beispiel nach dem Verkauf einer privat genutzten Wohnimmobilie, für eine Abfindung oder eine Kapitalauszahlung aus der Betriebsrente. Das müssen Sie im Ernstfall belegen.

Darüber hinaus sichern sich Sparkassen und Volksbanken innerhalb ihrer Gruppe gegenseitig ab, und viele private Banken sind zusätzlich über einen freiwilligen Fonds geschützt. Was für Ihre Bank gilt, steht im Informationsbogen für den Einleger. Den muss Ihnen Ihre Bank mindestens einmal im Jahr zur Verfügung stellen.

Und Investmentfonds? Das Geld im Fonds ist ein Sondervermögen. Es gehört den Anlegern und wird getrennt vom Vermögen der Fondsgesellschaft verwahrt. Geht die Gesellschaft pleite, bleibt es erhalten. Vor Kursverlusten schützt das nicht.

Wer kommt an das Geld, wenn Ihnen etwas passiert?

Ein Plan für Ihr Geld endet nicht bei der Anlage. Nach einem Unfall oder einer schweren Krankheit können Sie vielleicht nicht mehr selbst entscheiden. Läuft das Konto nur auf Ihren Namen, darf dann ohne Vollmacht auch Ihr Ehepartner nicht darüber verfügen. Das Notvertretungsrecht für Ehepartner gilt seit 2023 nur in Gesundheitsfragen und höchstens sechs Monate lang, nicht für Geld.

Wie Sie das regeln, lesen Sie im Beitrag Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung. Welche Konten und Depots es gibt und wo die Unterlagen liegen, gehört in Ihren Notfallordner.

Porträt von Tobias Schnippering

Tobias Schnippering

Versicherungsmakler und Finanzanlagenvermittler auf Norderney. Fachberater für Finanzdienstleistungen (IHK) und zertifizierter Spezialist für Ruhestandsplanung (FH), seit 20 Jahren in der Beratung von Privatkunden und Betrieben.

Mehr über mich

Dieser Beitrag gibt allgemeine Informationen, Stand November 2026. Er ersetzt keine persönliche Beratung und keine Steuer- oder Rechtsberatung. Geldanlagen sind mit Risiken verbunden.

Machen wir einen Plan für Ihr Geld.

Wir klären, wofür Ihr Geld da ist, was vorher abgesichert sein sollte und wie Sie es aufteilen. Danach entscheiden Sie in Ruhe.

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