Der Notfallordner: Was Ihre Familie im Ernstfall braucht
Wenn Ihnen etwas zustößt, beginnt für Ihre Familie die Suche: Wo ist die Versicherung, wer ist die Bank, wie lautet das Passwort? Ein Notfallordner beantwortet diese Fragen, bevor sie gestellt werden.
Warum ein Notfallordner?
Im Ernstfall ist keine Zeit für Detektivarbeit. Angehörige müssen Krankenhaus, Arbeitgeber, Banken und Versicherungen informieren, laufende Zahlungen sichern und oft schnell entscheiden. Fehlen Unterlagen, kostet das Zeit, Nerven und manchmal Geld.
Denn Fristen laufen weiter, auch wenn niemand Bescheid weiß. Bei einer Unfallversicherung muss ein Todesfall oft innerhalb von 48 Stunden gemeldet werden. Ein überschuldetes Erbe lässt sich nur innerhalb von sechs Wochen ausschlagen.
Checkliste zum Ausdrucken. Alles, was in den Ordner gehört, finden Sie auch als Checkliste Notfallordner (PDF). Ohne Anmeldung und ohne E-Mail.
Was in den Notfallordner gehört
Persönliches
- Kopien von Personalausweis, Reisepass und Krankenversicherungskarte
- Geburts- und Heiratsurkunde, Familienstammbuch
- Liste der Medikamente, Allergien und behandelnden Ärzte
- Organspendeausweis, falls vorhanden
Vollmachten und Verfügungen
- Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung und Patientenverfügung
- Bankvollmachten
- Testament oder ein Hinweis, wo es hinterlegt ist
- Sorgerechtsverfügung, wenn Sie minderjährige Kinder haben
Geld und Verträge
- Bankkonten, Depots und Kredite mit Ansprechpartnern
- Versicherungen mit Vertragsnummern, auch Lebens- und Rentenversicherungen
- Renteninformation, Betriebsrente und private Vorsorge
- Immobilien, Grundbuchauszüge, Miet- und Pachtverträge
- Daueraufträge, Abos und Mitgliedschaften
Zugänge und Digitales
- Liste der wichtigsten Online-Konten, etwa E-Mail, Bank und soziale Netzwerke
- Hinweis, wo Passwörter liegen, zum Beispiel ein Passwortmanager mit Notfallzugang
- PIN für Handy und Computer
PINs und TANs gehören nie zusammen mit den Kontodaten in denselben Ordner. Bewahren Sie sie getrennt auf und vermerken Sie nur, wo sie liegen.
Kontakte und Wünsche
- Angehörige, Hausarzt, Arbeitgeber, Steuerberater, Notar und Anwalt
- Ihr Versicherungsmakler und Ihre Bank
- Wer im Ernstfall informiert werden soll
- Wünsche zur Bestattung und zur Versorgung von Haustieren
Wo und wie aufbewahren?
- Stellen Sie den Ordner zu Hause an einen festen Ort und sagen Sie einer Vertrauensperson, wo er steht.
- Die bevollmächtigte Person braucht im Ernstfall die Originale der Vollmachten. Klären Sie, wer sie aufbewahrt.
- Ein Testament können Sie beim Amtsgericht in amtliche Verwahrung geben. Im Ordner genügt dann ein Hinweis.
- Ein Bankschließfach ist für den Notfallordner ungeeignet, weil Angehörige oft nicht sofort herankommen.
- Schauen Sie einmal im Jahr hinein, zum Beispiel immer im Januar, und bringen Sie alles auf den neuesten Stand.
Gemeinsam statt allein
Einen Notfallordner anzulegen braucht etwas Zeit, aber Sie müssen es nicht allein machen. Ich gehe die Liste mit Ihnen durch, prüfe Ihre Versicherungen und Vorsorgeverträge und achte darauf, dass Bezugsrechte und Vollmachten zusammenpassen. Für Vollmachten und Verfügungen arbeite ich mit erfahrenen Partnern zusammen.
Warum Vollmachten so wichtig sind, lesen Sie unter Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung. Für Selbstständige und Betriebe gibt es den Notfallplan für Unternehmer.